Wenig, aber auf recht gutem Niveau

Mit 23 Mädchen und 49 Jungen war diese Bezirkseinzelmeisterschaft der u15, am 13. Mai, in Burgdorf, zwar nicht so stark besetzt wie im Vorjahr, aber das Niveau der Kämpfe war durchweg gut.

Die Halle am Berliner Ring war in diesen Tagen zwecks Umbauten an der Schule nur über Umwege zu erreichen, aber Samurai Burgdorf hatte dieses Problem mit seinen gelben ‚Samurai‘-Hinweisschildern bestens im Griff, und man wurde schon von der Straße her systematisch und gut bis zur Halle geleitet. Vorbildlich gelöst!

Auch die Cafeteria war insofern beispielhaft, als man für all das, was man dort an Ess- und Trinkbarem bekommen konnte, nur eine Spende zu zahlen hatte, die wahrscheinlich sehr unterschiedlich ausfiel. Exemplarisch!

Die zwei Matten in der Halle und die wenigen Mitgereisten der kleinen Kämpferinnen und Kämpfer ließen dann die Räumlichkeit überaus groß erscheinen und man hatte das Gefühl, dass sich alles darin etwas verlor.

Das Wetter, vor wenigen Tagen noch winterlich, hatte diesen Samstag eigentlich nicht zum Kampftag und zum Aufenthalt in Hallen auserkoren, denn es war schon morgens schwülwarm und die Sonne schien herrlich.

Die paar Mädchen, die ihre Duelle vielfach recht bissig und viel zu oft mit Tränen ausführten, standen schon nach einer Stunde bereit zur Siegerehrung, die im vorderen Hallenbereich stattfand.

Auch die Kämpfe der Jungen gingen teilweise sehr zügig vonstatten, da es an brillanten Techniken nicht mangelte. Ein exzellenter Athlet, den es immer wieder hervorzuheben gilt, ist Anis Hermez vom JudoTeam, der seine sämtlichen Kämpfe kurzzeitig mit exzellenten Uchi-Mata- und Harai-Goshi-Techniken bestaunenswert beendete.

Was ich auch in dieser Altersklasse generell vermisst habe, waren Befreiungstechniken, da gut ein Drittel – wenn nicht mehr – der Auseinandersetzungen im Boden per Haltegriff endeten und die Gehaltenen ahnungslos fest lagen. Ich hatte noch zu jedem Haltegriff mindestens eine Befreiungstechnik gelernt. Wo sind sie heute geblieben?

Im Großen und Ganzen hat es Spaß bereitet, diese Meisterschaft mit anzusehen und es gab sehr interessante Begegnungen, die ihr Ende gegen 15.00 Uhr fanden und vielen der Jungen (die Mädchen waren längst zu Hause) dennoch gewiss einen schönen Samstagnachmittag mit Urkunde und Medaille gebracht haben.

Die Sanis waren heute zum Glück auch mehr Trostspender, denn Retter, die Kampfrichter gaben ihr Bestes, die Zeitnehmer an den Tischen ebenso und die Cafeteria-Crew war ständig im Einsatz. Sylke Bohlen, die schon seit vielen Jahren die Listenführung der Turniere managt, hat das auch an diesem Tag mit ausgezeichneter Bravour gemeistert, wofür ihr großer Dank ergeht!

Ein Duell empfing mich dann doch noch am Ende des Parkplatzes. Hier waren zwei Nachtigallen im Sangeswettstreit.

Reinhard Plagens